Der Rang des 10. Dan Hanshi wurde Metin Kayar bereits vor einer Dekade verliehen. Mit der Überreichung der„Recognition of Excellence“ am 19. September 2025 in Istanbul setzt Soke Irie Yasuhiro nun ein erneutes, starkes öffentliches Zeichen. Diese Ehrung markiert den Höhepunkt einer langjährigen, tiefen Verbundenheit zwischen Ost und West, Tradition und Innovation. Es ist die Symbiose zweier Ausnahmepersönlichkeiten, die durch eine gemeinsame Passion vereint sind:Die universelle Sprache des Budō.
🧬 1. Herkunft & Linie – Die Geschichte hinter KoKoDo
Die Wurzeln von KoKoDo JuJutsu reichen tief in die japanische Geschichte – bis ins 11. Jahrhundert. Die Linie beginnt mit einem Mann, der als eine der Schlüsselgestalten der Samurai-Ära gilt:
🛡️ General Yoshimitsu Shinra Saburō Minamoto (1045–1127)
Er war der dritte Sohn von Minamoto no Yoriyoshi – einem der führenden Militärs seiner Zeit – und stammte aus dem Seiwa-Genji-Klan, einem Seitenzweig des kaiserlichen Minamoto-Clans, der direkt auf Kaiser Seiwa (reg. 858–876) zurückgeht.
Yoshimitsu war nicht nur ein erfahrener Feldherr, sondern ein Pionier der Kampftechnik. Der Überlieferung nach sezierte er im Geheimen die Körper gefallener Gegner, um die Schwachstellen des menschlichen Körpers zu verstehen. Daraus entwickelte er Grundprinzipien, auf denen Aiki-Techniken beruhen:
- Kansetsu (Gelenkhebel),
- Atemi (Schläge auf Vitalpunkte),
- und das gezielte Brechen des Gleichgewichts – nicht durch rohe Gewalt, sondern durch biomechanische Präzision.
Sein Wissen blieb über viele Generationen hinweg innerhalb der Familie verborgen – bis es Jahrhunderte später wiederbelebt wurde:
🧭 Takeda Sokaku (1859–1943)
Ein direkter Nachfahre Yoshimitsus aus dem Takeda-Clan. Er war der erste, der das überlieferte System unter dem Namen Daitō-ryū Aiki-Jujutsu öffentlich lehrte. Takeda Sokaku wurde zur Schlüsselfigur der modernen Jujutsu-Renaissance in Japan. Zu seinen Schülern zählten u. a. Morihei Ueshiba, der später das Aikidō gründete.
🧘♂️ Okuyama Ryūhō (1901–1987)
Okuyama war einer der wenigen, die ein offizielles Lehrerzertifikat direkt von Takeda erhielten. 1941 gründete er in Saitama das Hakkō-ryū Jujutsu – die „Schule des achten Lichts“. Er systematisierte das Aiki-Wissen, verband es mit Elementen der traditionellen japanischen Medizin (Shiatsu, Druckpunktbehandlung) und etablierte ein strukturiertes, medizinisch fundiertes Budō-System.
✨ KoKoDo – Der Weg des kaiserlichen Lichts (seit 1995)
Irie Yasuhiro, über zwei Jahrzehnte Chefausbilder im Hakkō-ryū Honbu Dōjō, gründete 1995 KoKoDo JuJutsu als eigenständige Weiterentwicklung dieser Linie. Er übernahm die Aiki-Prinzipien, öffnete jedoch die geheim gehaltenen Lehrinhalte bereits ab der Einführungsphase – darunter fujiru (versiegeln, neutralisieren) und kuzushi (Gleichgewicht brechen).
Fazit: Von Yoshimitsu, dem Samurai-General des 11. Jahrhunderts, über Takeda Sokaku, Okuyama Ryūhō bis hin zu Soke Irie Yasuhiro reicht die fast 1.000 Jahre alte Linie von KoKoDo – und mit der Allianz zwischen Irie und Kayar beginnt ein neues Kapitel dieser Tradition: international sichtbar, verantwortungsvoll geführt, lebendig weiterentwickelt.
2. Soke Irie – Der Erneuerer der Tradition
Soke Irie gründete 1995 sein eigenes System: KoKoDo – „der Weg des kaiserlichen Lichts“. Seine Lehre basiert auf präziser, biomechanisch erklärbarer Aiki-Technik. Statt Geheimhaltung setzt Irie auf methodisch klare Vermittlung. Konzepte wie fujiru und kuzushi werden offen und nachvollziehbar gelehrt – und nicht wie früher erst nach Jahren der Praxis.
Darüber hinaus vereinte Irie früh Kampf- und Heilkünste. Bereits 1988 gründete er die Kokodo-Klinik, in der er Shiatsu, Akupunktur, Moxibustion und Reboutage praktiziert – ein Ausdruck seines ganzheitlichen Verständnisses von Budō as Weg zur Stärkung und Heilung.
3. Mein Lebensweg – Vom Außenseiter zum Linienhalter
Ich wuchs in Liechtenstein auf. Ich war Außenseiter, kämpfte mit Sprachbarrieren – bis ein Mentor mein Talent erkannte und mich auf den Weg zur ersten Weltmeisterschaft brachte. Was als Selbstbehauptung begann, wurde zu meiner Lebensaufgabe.
Heute bin ich 17-facher Weltmeister, unter anderem:
- 6× Karate Kumite (WKU 2013, 2017, 2018)
- 3× Kenjutsu (Waffenformen)
- 2× Kobudo (Karate-Waffen)
- 2× Karate Kata (Formenlauf)
- 3× Kickboxen
Ich vereine Kampfgeist mit technischer Tiefe – in unbewaffneten wie bewaffneten Disziplinen, im Wettkampf wie in meiner täglichen Lehre.
4. budo7 – Sieben Linien. Sieben Prinzipien. Ein Weg.
Aus dieser Erfahrung heraus habe ich das System budo7 entwickelt – eine moderne Synthese traditioneller Künste:
- Kendo
- Ken-Jutsu
- Kobu-Jutsu
- Karate
- Goshin-Jutsu
- Aiki-Jutsu
- Ju-Jutsu
budo7 ist kein Hybrid, sondern mein kohärentes System mit einem klaren Wertesystem: Disziplin, Respekt, Klarheit, Balance, Vitalität, Präsenz und Haltung.
Heute unterrichte ich budo7 in Liechtenstein – weltweit anerkannt.
5. Die Begegnung – Zwei Systeme, eine Mission
Während einer Japan-Reise habe ich mein System in über 30 Dojos & Kampfschulen in Japan und Okinawa besucht und vorgestellt – unterstützt durch offizielle Schreiben der japanischen Botschaften in der Schweiz und Liechtenstein. Dort kam es zur ersten Begegnung mit Soke Irie. Was folgte, war kein schneller Titel, sondern ein über zehn Jahre gereifter Weg:
- Seminare in Japan und Liechtenstein
- Gemeinsame Zeremonien in der Türkei
- Austausch über Didaktik, Ethik und Verantwortung
- Konkrete Zusammenarbeit auf organisatorischer Ebene
6. Strukturen & Rollen – Die Allianz wird offiziell
🏛️ KoKoDo BuJutsu Federation Japan
- Gründer: Soke Irie
- Leitung: Metin Kayar
- Hauptsitz: Liechtenstein
🌏 Nihon Bushido Kodo Kai
- Mitbegründer: Irie & Kayar
- Leitung: Metin Kayar
- Sitz: Japan & Liechtenstein
Ich leite nicht nur die Organisation, sondern den „harten Teil“ (BuJutsu) – mit Fokus auf Waffenkünste, praktische Anwendung, Didaktik. Irie steht als Quelle und Gründer hinter dem gesamten System. Eine klare, komplementäre Rollenverteilung.
7. Der 10. Dan Hanshi – die höchste Anerkennung
Bereits vor zehn Jahren verlieh Soke Irie mir den 10. Dan Hanshi. Drei Stationen machen dies öffentlich nachvollziehbar:
- Schaan (Liechtenstein): Übergabe einer goldenen Ehrentafel durch den japanischen Botschafter der Schweiz
- Japan: Shintoistische Zeremonie – persönliche Bestätigung durch Irie
- Istanbul, 19. September 2025: Öffentliche Übergabe der „Recognition of Excellence“ und Bestätigung meiner Nachfolge im KoKoDo BuJutsu
Dies ist keine neue Verleihung. Es ist die sichtbare Bestätigung einer Dekade voller Leistung, Entwicklung und Verantwortung.
8. Warum dieses Modell funktioniert
Diese Partnerschaft löst zwei Kernprobleme traditioneller Budō-Weitergabe:
- Tradition braucht Relevanz – Irie bringt Tiefe, Herkunft und Philosophie
- Relevanz braucht Struktur – Ich bringe Umsetzung, Führung und globale Reichweite
KoKoDo & budo7 vereinen das Beste aus zwei Welten – authentisch, nachvollziehbar, wirksam.
🧭 Fazit – Der Weg des kaiserlichen Lichts
Diese Geschichte zeigt:
Wahre Legitimität braucht Wurzeln UND Wirkung. Sie braucht Titel UND Taten. Sie braucht Quelle UND Verantwortung.
Der 10. Dan Hanshi für Metin Kayar ist Ausdruck einer solchen Verbindung – und Beweis, dass budo7 und KoKoDo nicht zwei Wege sind, sondern zwei Linien auf demselben Pfad:
Dem Weg des kaiserlichen Lichts.